
Reihe: words&music/audiolab
SprecherChristiane Dors
ISBN4066338247834
Länge2 t
VeröffentlichtSeptember 2021
Über das Hörbuch
Der Sandmann
Eine Erzählung von E. T. A. Hoffmann,
gelesen von Christiane Dors.
"Der Sandmann" ist eine 1816 erstmals veröffentlichte Erzählung des romantischen Autors E. T. A. Hoffmann.
Es ist vor allem eine finstere Erzählung über die Abgründe der menschlichen Psyche. Der Student Nathanael erzählt seinem Freund Lothar in einem Brief, er habe in der Gestalt des Wetterglashändlers Coppola den Advokaten Coppelius wiedergetroffen. Dieser hatte während Nathanaels Kindheit mit dessen Vater alchemistische Experimente durchgeführt, die letztlich zum Tod des Vaters führten. Coppelius steht seither eng in Verbindung mit dem Kindheitstrauma Nathanaels, weswegen er in ihm die Gestalt des "Sandmanns" zu erkennen glaubt, eines Monsters, das Kindern die Augen ausreißt. In seiner Verwirrung adressiert Nathanael jedoch den Brief nicht an Lothar, sondern an seine Verlobte Clara, die ihm in einem Antwortschreiben rät, seine Fantasie zu zügeln, da der "Sandmann" nur eine Ausgeburt seines Unterbewusstseins und Coppolas Ähnlichkeit mit Coppelius rein zufällig sei. Nathanaels Verhalten verändert sich im Fortgang der Erzählung: Er versinkt in düstere Träume und glaubt, dass das Leben von einer höheren Macht bestimmt wird. Er verstrickt immer tiefer in seiner Gedankenwelt und beginnt, über Coppelius und Claras Augen zu fantasieren. Schließlich wird er unter dem Einfluss seiner erschütternden Kindheitserinnerungen verrückt und verfällt einer Frau, die jedoch kein Mensch ist. Das Drama nimmt unaufhaltsam seinen tragischen Lauf…
Trauma, Wahnsinn und die dämonische Faszination der Liebe vermischen sich in Hoffmanns berühmter Erzählung .Schaurig-schön erzählt er von der inneren Zerrissenheit seines Protagonisten, seines Pendelns zwischen Realität und Phantasie. Die gesamte Geschichte stellt sich in diesem Sinne wie ein virtuoses Spiel dar mit Perspektivierungen, Verfremdungen und Verrätselungen. Ein Meisterwerk der Schwarzen Romantik. Dabei liefert ein Umstand aus unserer Gegenwart einen nicht unwichtigen Deutungsaspekt. Pro Jahr werden in Japan etwa 2000 Silikonpuppen verkauft. Für die Besitzer sind sie keine Sexpuppen, sondern Lebenspartner. Auch kommen längst schon Androiden zum Einsatz, die mit Menschen autonom kommunizieren können. Sie sind mit einem Computersystem verbunden und scannen den jeweiligen Gesprächspartner permanent. Sie verstehen Sprachen, können selber sprechen und Unterhaltungen führen. Sie blinzeln und bewegen den Mund, die Augen und ihren ganzen Kopf wie ihre menschlichen Gesprächspartner. In Japan wird bereits solch ein weiblicher Androide als Fernsehansagerin eingesetzt. Vergleichen wir diese Realität mit den Phantasien E. T. A. Hoffmanns vor über 200 Jahren, sollte uns dieser Zusammenhang in reines Staunen versetzen.
Coverabbildung: Unter Verwendung einer Fotografie von Sarah Holmlund: shutterstock_567338095. Sounds: freemusic.com. Coverschrift gesetzt aus der Impact.
Die Reihe words&music/audiolab verbindet ausgewählte literarische Texte aus aller Welt mit emotionaler Musik. Es entstehen vielleicht bisher ungeahnte Zugänge zum Textverständnis oder eröffnen im Zusammenspiel zwischen Inhalt, Klang und Form ganz neue Möglichkeiten des eigenen genussvollen Hörerlebens.
Über die Sprecherin:
Christiane Dors wurde 1966 in Wattenscheid geboren und absolvierte 1990 - 1993 eine Ausbildung zur Cutterin beim NDR Hamburg. Seitdem arbeitet sie für verschiedene Sendeanstalten, schneidet Dokus, Magazinbeiträge und Kurzfilme. 2011 begann sie mit der Stimmausbildung und spricht seitdem Hörbücher, Lyrik, Reportagen und TV-Beiträge. Sie dreht gerne Kurzfilme und schreibt Kurzgeschichten. Mit "Die Dame in Grün - Unheimliche Geschichten" von Frédéric Boutet gab sie ihr Debüt bei der hoerbuchedition words and music.
Eine Erzählung von E. T. A. Hoffmann,
gelesen von Christiane Dors.
"Der Sandmann" ist eine 1816 erstmals veröffentlichte Erzählung des romantischen Autors E. T. A. Hoffmann.
Es ist vor allem eine finstere Erzählung über die Abgründe der menschlichen Psyche. Der Student Nathanael erzählt seinem Freund Lothar in einem Brief, er habe in der Gestalt des Wetterglashändlers Coppola den Advokaten Coppelius wiedergetroffen. Dieser hatte während Nathanaels Kindheit mit dessen Vater alchemistische Experimente durchgeführt, die letztlich zum Tod des Vaters führten. Coppelius steht seither eng in Verbindung mit dem Kindheitstrauma Nathanaels, weswegen er in ihm die Gestalt des "Sandmanns" zu erkennen glaubt, eines Monsters, das Kindern die Augen ausreißt. In seiner Verwirrung adressiert Nathanael jedoch den Brief nicht an Lothar, sondern an seine Verlobte Clara, die ihm in einem Antwortschreiben rät, seine Fantasie zu zügeln, da der "Sandmann" nur eine Ausgeburt seines Unterbewusstseins und Coppolas Ähnlichkeit mit Coppelius rein zufällig sei. Nathanaels Verhalten verändert sich im Fortgang der Erzählung: Er versinkt in düstere Träume und glaubt, dass das Leben von einer höheren Macht bestimmt wird. Er verstrickt immer tiefer in seiner Gedankenwelt und beginnt, über Coppelius und Claras Augen zu fantasieren. Schließlich wird er unter dem Einfluss seiner erschütternden Kindheitserinnerungen verrückt und verfällt einer Frau, die jedoch kein Mensch ist. Das Drama nimmt unaufhaltsam seinen tragischen Lauf…
Trauma, Wahnsinn und die dämonische Faszination der Liebe vermischen sich in Hoffmanns berühmter Erzählung .Schaurig-schön erzählt er von der inneren Zerrissenheit seines Protagonisten, seines Pendelns zwischen Realität und Phantasie. Die gesamte Geschichte stellt sich in diesem Sinne wie ein virtuoses Spiel dar mit Perspektivierungen, Verfremdungen und Verrätselungen. Ein Meisterwerk der Schwarzen Romantik. Dabei liefert ein Umstand aus unserer Gegenwart einen nicht unwichtigen Deutungsaspekt. Pro Jahr werden in Japan etwa 2000 Silikonpuppen verkauft. Für die Besitzer sind sie keine Sexpuppen, sondern Lebenspartner. Auch kommen längst schon Androiden zum Einsatz, die mit Menschen autonom kommunizieren können. Sie sind mit einem Computersystem verbunden und scannen den jeweiligen Gesprächspartner permanent. Sie verstehen Sprachen, können selber sprechen und Unterhaltungen führen. Sie blinzeln und bewegen den Mund, die Augen und ihren ganzen Kopf wie ihre menschlichen Gesprächspartner. In Japan wird bereits solch ein weiblicher Androide als Fernsehansagerin eingesetzt. Vergleichen wir diese Realität mit den Phantasien E. T. A. Hoffmanns vor über 200 Jahren, sollte uns dieser Zusammenhang in reines Staunen versetzen.
Coverabbildung: Unter Verwendung einer Fotografie von Sarah Holmlund: shutterstock_567338095. Sounds: freemusic.com. Coverschrift gesetzt aus der Impact.
Die Reihe words&music/audiolab verbindet ausgewählte literarische Texte aus aller Welt mit emotionaler Musik. Es entstehen vielleicht bisher ungeahnte Zugänge zum Textverständnis oder eröffnen im Zusammenspiel zwischen Inhalt, Klang und Form ganz neue Möglichkeiten des eigenen genussvollen Hörerlebens.
Über die Sprecherin:
Christiane Dors wurde 1966 in Wattenscheid geboren und absolvierte 1990 - 1993 eine Ausbildung zur Cutterin beim NDR Hamburg. Seitdem arbeitet sie für verschiedene Sendeanstalten, schneidet Dokus, Magazinbeiträge und Kurzfilme. 2011 begann sie mit der Stimmausbildung und spricht seitdem Hörbücher, Lyrik, Reportagen und TV-Beiträge. Sie dreht gerne Kurzfilme und schreibt Kurzgeschichten. Mit "Die Dame in Grün - Unheimliche Geschichten" von Frédéric Boutet gab sie ihr Debüt bei der hoerbuchedition words and music.
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